BioMonitor4CAP: Agrobiodiversität rückt in den Fokus

11. Oktober 2022

Das vierjährige, von der Europäischen Kommission geförderte Horizon-2020-Projekt BioMonitor4CAP zielt darauf ab, Landwirt:innen bei der Messung der Biodiversität zu unterstützen und politischen Entscheidungsträger:innen Empfehlungen dazu zu geben, wie bewährte Naturschutzpraktiken in Agrarökosystemen bestmöglich gefördert werden können.

Was hat Landwirtschaft mit dem Schutz der Biodiversität zu tun? Tatsächlich sehr viel. Die CU Hochschule Kärnten übernimmt eine bedeutende Rolle in einem bevorstehenden Horizon-2020-Projekt. Die Forschung wird in der gesamten Europäischen Union durchgeführt und umfasst auch zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe und Naturräume in Österreich. BioMonitor4CAP verfolgt drei zentrale Monitoringziele: 1) oberirdische Biodiversität, 2) unterirdische Biodiversität und 3) Unterschiede zwischen kohlenstoffreichen und mineralischen Böden. Die CU Hochschule Kärnten und ihre Kooperationspartner:innen werden aufzeigen, wie Landwirt:innen Agrarökosysteme kontinuierlich und in Echtzeit überwachen können. Dazu werden neue Monitoringtechnologien mit traditionellen Messmethoden kombiniert. Fernerkundung, automatisierte akustische Monitoringgeräte, Kamerafallen und die Gewinnung von Umwelt-DNA sind vier moderne Verfahren, die dabei zum Einsatz kommen.

Im Naturschutz ist ein Monitoringprogramm nur dann wirksam, wenn ein geeigneter Indikator beobachtet wird. Zu Beginn des Projekts werden bestehende Ansätze und zentrale Indikatoren wie Vögel, Bestäuber und bodenlebende Tiere untersucht. Räumliche und zeitliche Trends werden mithilfe fortgeschrittener statistischer Verfahren modelliert. Unsere Ergebnisse sollen zeigen, welche Arten oder Lebensräume in Agrarökosystemen für den Naturschutz besonders wichtig sind. Im nächsten Schritt werden die Ergebnisse auf landwirtschaftlichen Flächen und in Schutzgebieten überprüft. Welche Instrumente können Landwirt:innen realistisch einsetzen? Welche sind am zuverlässigsten? Können an allen Standorten in Europa dieselben Technologien eingesetzt werden? In welchen Gebieten besteht der größte Verbesserungsbedarf? Dies sind einige der Fragen, die wir beantworten werden, wobei Beratungsdienste, private Unternehmen und politische Entscheidungsträger:innen einbezogen werden.

Durch ein Konsortium aus mehr als 20 Institutionen in ganz Europa wird BioMonitor4CAP Wissen und Instrumente schaffen, um den Beitrag der Landwirtschaft zur Bewältigung heutiger Herausforderungen zu maximieren. Dazu zählen der Erhalt der Biodiversität, die Anpassung an den Klimawandel und dessen Eindämmung, die Entwicklung ländlicher Räume sowie die menschliche Gesundheit. Der Handlungsbedarf ist dringend, und jetzt ist der Zeitpunkt zu handeln.

Projektlaufzeit: Dezember 2022 - November 2026

Finanziert durch: Horizon 2020, EU-Programm für Forschung und Innovation