„Der Berg im Eis“ – Wiederholung der Vegetationsuntersuchungen am Nunatak „Kleiner Burgstall“ 2023 - 2024

12. Juni 2023

Der „Kleine Burgstall“ liegt nordöstlich des Großglockners am westlichen Rand des Pasterzengletschers in der Gemeinde Heiligenblut auf einer Seehöhe von 2.700 m. Als Nunatak ist der Gipfel des Berges seit den Gletscherhöchstständen der letzten Eiszeit eisfrei und dient dadurch als Refugium für verschiedenste alpine Organismen, von denen einige heute Reliktarten sind.

Die einzigartige Fauna des Gipfels wurde bereits in den 1930er-Jahren entdeckt und dokumentiert. Eine vollständige Untersuchung der Flora des Berges wurde 2002 vom Nationalpark Hohe Tauern und vom Österreichischen Alpenverein in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse wurden 2004 in der Zeitschrift Carinthia II veröffentlicht und im selben Jahr durch Untersuchungen des Bodens und der heimischen Schmetterlinge ergänzt.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich das Erscheinungsbild rund um den Berg deutlich verändert. Der Rückgang des Gletschers hatte erhebliche Auswirkungen auf die Flora und Fauna des Gipfels. Um diese Veränderungen zu dokumentieren und ein aktuelles Bild der Flora und Fauna des Nunataks zu erhalten, sollen die Untersuchungen aus dem Jahr 2002 wiederholt und durch moderne Methoden und Technologien ergänzt werden. Klassische Vegetationsaufnahmen werden durch Drohnentechnologien ergänzt, um sowohl ein Bild der Vegetation aus der Luft zu erstellen als auch ein 3D-Modell des Berggipfels anzufertigen. Für die Erfassung der Fauna des Gipfels kommen sowohl klassische als auch moderne Methoden zum Einsatz. Mithilfe von eDNA-Sammelproben der Vegetationsdecke und des Bodens werden (Meta-)Barcoding-Methoden eingesetzt, um festzustellen, welche Organismen am Gipfel vorkommen. Ausgewählte gesammelte Wirbellose können zudem für genetische Untersuchungen ins Labor gebracht werden. Die Felduntersuchungen werden im Sommer 2023 vom Team des UNESCO-Lehrstuhls durchgeführt.

Finanziert durch: Nationalpark Hohe Tauern und Österreichischer Alpenverein