DNAquaIMG: Innovatives transnationales Monitoring aquatischer Biodiversität
25. März 2024
Im internationalen Biodiversa+-Projekt „DNAquaIMG: Innovative transnational aquatic biodiversity monitoring“ wird eine neue Perspektive der Biodiversitätsbewertung untersucht. Das interdisziplinäre Projekt zielt darauf ab, den weitreichenden Wandel der Biodiversität in Europa in seiner gesamten Komplexität zu verstehen und zu vermitteln.
Das Projekt DNAquaIMG umfasst ein internationales Konsortium aus 14 Partnern aus elf europäischen Ländern. Die Forscher:innen bringen ihre Expertise in die Entwicklung und Anwendung von molekularen Hochdurchsatzverfahren und automatisierten Bilderkennungsmethoden für das Biodiversitätsmonitoring in europäischen Flüssen ein. Die Kombination der beiden sich ergänzenden Ansätze bietet Vorteile für die Bewertung der Biodiversität im Zusammenhang mit der Degradation und Wiederherstellung von Ökosystemen. Ähnlich wie der genetische Fingerabdruck in der Forensik ermöglichen genetische Methoden eine präzise Erfassung und Beschreibung der Biodiversität, selbst bei mikroskopisch kleinen Organismen. Bildbasierte Methoden hingegen können verlässliche Daten zur Artenhäufigkeit, Größenstruktur und Biomasse von Organismen liefern. Gemeinsam ermöglichen diese Ansätze, den Informationsgehalt von Biodiversitätsdaten aus Umweltproben erheblich zu erweitern.
Derzeit werden Gewässer in Europa anhand von Organismen bewertet, die häufig nicht bis auf Artebene bestimmt werden. Dies ermöglicht die Überwachung des ökologischen Zustands von Gewässern in einer bestimmten Region, ist jedoch für ein detailliertes Biodiversitätsmonitoring nicht ausreichend. Um die genannten neuen Methoden für das europäische Biodiversitätsmonitoring nutzbar zu machen, untersucht DNAquaIMG ihre Integration in das bestehende und bewährte Gewässermonitoring im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG/2000/60, WRRL). Im Kontext der WRRL wird untersucht, wie Veränderungen der genetischen Vielfalt identifizierter Gemeinschaften mit der funktionellen Vielfalt und den ökologischen Zustandsklassen von Fließgewässern zusammenhängen. Proben aquatischer Wirbelloser und Kieselalgen – zwei zentrale Indikatorgruppen im Rahmen der WRRL – aus acht Ländern werden bis auf Artebene bestimmt. Dabei wird analysiert, ob beispielsweise Verbesserungen der ökologischen Zustandsklassen durch die Renaturierung von Flüssen auch zu einer Zunahme der Biodiversität führen.
Auf Grundlage der Projektergebnisse planen die Wissenschaftler:innen, eine Strategie für ein verbessertes transnationales Monitoring der Biodiversität und des Wandels von Ökosystemen zu entwickeln, um die Umsetzung des Europäischen Green Deal und der Europäischen Biodiversitätsstrategie zu unterstützen. Weitere Informationen zu den Projektaktivitäten unter https://dnaquaimg.eu/.
Projektlaufzeit: März 2024 - März 2027
Finanziert durch: Biodiversa+, Österreichischer Wissenschaftsfonds (FWF)
