HelEx: Biodiversität in trockenheits- und hitzeresistenten Sonnenblumenfeldern
12. Mai 2023
Im multinationalen Horizon-Europe-Projekt HelEx, das von der Europäischen Kommission gefördert wird, werden Wissen und Instrumente entwickelt, um die Züchtung von Sonnenblumensorten zu beschleunigen, die an extreme Trockenheit und Hitzestress angepasst sind. Parallel dazu werden die Umweltauswirkungen des Sonnenblumenanbaus bewertet.
Die Auswirkungen des Klimawandels werden von Jahr zu Jahr deutlicher. Einer der am stärksten betroffenen Bereiche menschlicher Tätigkeit ist die Landwirtschaft und damit die Verlässlichkeit der Nahrungsmittelproduktion. Die globale Erwärmung beeinflusst landwirtschaftliche Praktiken durch häufiger auftretende Stressbedingungen und intensivere Umweltextreme. Dadurch sind Nutzpflanzen verstärkt Hitze und Trockenheit ausgesetzt. Darüber hinaus verringern extreme Umweltbedingungen die Ressourcen für Bestäuber und damit verbundene Wildtiergemeinschaften erheblich, beeinträchtigen deren Überleben und führen weltweit zu einem Verlust der Biodiversität in landwirtschaftlichen Systemen. Im Projekt „HelEx – Use of extremophile Helianthus species to mitigate climate change impact on feedstock and ecosystem services provided by sunflower“ werden daher Versuche mit Sonnenblumen durchgeführt, um zu zeigen, wie an den Klimawandel angepasste Sonnenblumensorten die Ernährungssicherheit, die Biodiversität und zentrale Ökosystemleistungen unterstützen können, die von Sonnenblumen und den mit ihnen verbundenen Wildtiergemeinschaften erbracht werden.
Im Konsortium aus 18 internationalen Partnerinstitutionen aus neun Ländern werden Sonnenblumensorten, die hinsichtlich ihrer Anpassung an extreme Trockenheit und Hitze gezüchtet wurden, auf ihre Produktivität und Toleranz gegenüber Umweltstress untersucht. Dabei werden molekulare Prozesse bestimmt, die die Toleranz gegenüber extremen Bedingungen verbessern. Mithilfe modernster Monitoringtechnologien werden die potenziellen Auswirkungen ausgewählter Sonnenblumensorten auf Bestäuber, die damit verbundene Biodiversität und Ökosystemleistungen bewertet. Abschließend werden die Sonnenblumen in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Stakeholdergruppen – darunter Produzent:innen, Verarbeiter:innen, Händler:innen und Konsument:innen – hinsichtlich ihrer sozioökonomischen Auswirkungen auf verschiedene gesellschaftliche Bereiche untersucht. Der UNESCO-Lehrstuhl an der CU Hochschule Kärnten unterstützt das Projekt, indem die Auswirkungen verschiedener Sonnenblumensorten auf die mit Sonnenblumen verbundene Biodiversität mithilfe verschiedener molekularer Instrumente zur Biodiversitätsanalyse bestimmt werden.
Um optimale Ergebnisse der Forschungsaktivitäten sicherzustellen, werden Akteur:innen aus der gesamten Wertschöpfungskette einbezogen. Innovative, zielgerichtete Strategien zur Ansprache gesellschaftlicher Gruppen sollen das Bewusstsein für Biotechnologie, Biodiversität und Vorteilsausgleich stärken. Darüber hinaus werden integrative Ausbildungsangebote für Studierende und Nachwuchswissenschaftler:innen mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Hintergründen angeboten, um interdisziplinäre Herausforderungen zu bewältigen und nachhaltige Innovationen zu entwickeln. Durch diese Maßnahmen und die Zusammenarbeit zwischen Institutionen in ganz Europa will HelEx dazu beitragen, die Sicherheit der landwirtschaftlichen Produktion und die menschliche Gesundheit zu verbessern sowie die Biodiversität in modernen landwirtschaftlichen Praktiken zu fördern.
Projektlaufzeit: Mai 2023 - April 2027
Finanziert durch: Horizon Europe, Europäische Kommission
