Valeriana celtica subsp. norica

16. März 2023

Nachhaltige und gerechte Nutzung einer endemischen Pflanze im UNESCO-Biosphärenpark Salzburger Lungau & Kärntner Nockberge: gemeinsame Erarbeitung eines historischen Rückblicks, Analyse des aktuellen Status und gemeinsame Entwicklung von Zukunftsperspektiven

Das Forschungsprojekt Valeriana celtica ssp. norica (kurz SPEIK) beschäftigt sich im Kern mit Umweltgeschichte und verbindet dabei historische, gegenwärtige und zukünftige Perspektiven.

Dieses Forschungsprojekt möchte große Fragestellungen beispielhaft anhand eines kleinen Forschungsobjekts behandeln: der Alpenpflanze Valeriana celtica ssp. norica (regional als Speik bekannt). Seit dem Mittelalter gibt es in der Region des heutigen Biosphärenparks in den Kärntner Nockbergen Regeln für den Umgang mit natürlichen Ressourcen, beispielsweise für die Beweidung der Almen. Am Beispiel des Speiks lässt sich deren Geschichte exemplarisch und pars pro toto nachvollziehen.

Der Speik bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte an die aktuelle Nachhaltigkeitsdiskussion, da diese Pflanze auch die Grundlage zahlreicher regionaler Produkte und Dienstleistungen bildet. Das Forschungsprojekt SPEIK leistet auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene einen Beitrag zur Reflexion, Anpassung und Umsetzung der SDGs sowie zu deren Beitrag zum integrierten Management von Biosphärenparks. Die Ergebnisse sollen die Diskussion über die Konzepte Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und SDGs in Biosphärenparks anstoßen, das integrierte Biosphärenparkmanagement bei der Umsetzung der Ziele unterstützen sowie den wissenschaftlichen Diskurs über Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und SDGs weiterentwickeln und in den Kontext von Biosphärenparks stellen.

Das Projekt folgt einem inter- und transdisziplinären Forschungsdesign und wird daher in enger Zusammenarbeit zwischen dem Forschungsteam, den Biosphärenparkmanager:innen und den Stakeholder:innen in der Biosphärenparkregion umgesetzt. Zu Beginn erfolgt ein Kick-off mit dem wissenschaftlichen Kernteam und den Biosphärenparkmanager:innen zur wissenschaftlichen Beschreibung und historischen Analyse des Wissens über Speik sowie seiner Gewinnung, Nutzung und seines Handels. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt werden einem wissenschaftlichen Resonanzteam aus unterschiedlichen Disziplinen präsentiert, darunter beispielsweise Umwelt- und Regionalgeschichte, Botanik, Wirtschaft und Nachhaltigkeitsforschung.

Das Projekt befasst sich mit folgenden Forschungsfragen: Wie lässt sich die Geschichte der Speik-Nutzung nachvollziehen und wie können unterschiedliche Konzepte von Nachhaltigkeit sichtbar gemacht werden? Wie kann die historische Nutzung von Speik aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven bewertet werden und was lässt sich daraus über Nachhaltigkeit lernen? Welche Erkenntnisse über Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit kann die lokale Bevölkerung aus diesem wissenschaftlichen Prozess gewinnen? Welche Schlussfolgerungen können für die Zukunft des integrierten Biosphärenparkmanagements und das Konzept der Biosphärenparks gezogen werden? Das Projekt bietet Anknüpfungspunkte an internationale Diskussionen, Institutionen und Entwicklungen.

Ziel des Speik-Projekts ist es, Handlungsfelder für die zukünftige Nutzung von Speik zu aktivieren, indem Win-win-Situationen für die Stakeholder:innen geschaffen werden, und die Funktion des Biosphärenparks Nockberge als Wegbereiter und Unterstützer einer nachhaltigen Entwicklung weiterzuentwickeln. Darüber hinaus soll ein Beitrag zur Information, Bewusstseinsbildung und wissenschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden.

Projektlaufzeit: April 2023 - September 2024

Finanziert durch: ÖAW - Österreichische Akademie der Wissenschaften, Forschungsprogramm Man and the Biosphere (MAB)