Kärntens Hochschulen und Schutzgebiete bündeln ihre Kräfte für Forschung, Bildung und Nachhaltigkeit

Neue Allianz Science_LinkCarinthia verbindet Wissenschaft und Naturschutz – Kärntens Schutzgebiete werden zu gemeinsamen Forschungs-, Bildungs- und Innovationsräume – Unterzeichnung am 22. Oktober 2026 unter Beisein von Landesrat Reichmann und Landesrätin Lagger-Pöllinger. 

Die vier Kärntner Hochschulen und sechs Organisationen aus dem Bereich der Schutzgebiete schließen sich zu einer langfristigen Allianz zusammen. Mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung „Science_LinkCarinthia“ – Allianz der Hochschulen und Schutzgebiete Kärntens“ setzen die Partner ein gemeinsames Zeichen für Biodiversität, Nachhaltigkeit und wissenschaftliche Zusammenarbeit. Ziel ist es, die vielfältigen wissenschaftlichen Kompetenzen der Kärntner Hochschulen mit dem Wissen und den Erfahrungen der Schutzgebiete zu vernetzen und gemeinsam innovative Lösungen für ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen zu entwickeln.

Kärnten als Modellregion für nachhaltige Entwicklung

Kärnten verfügt über eine außergewöhnliche Vielfalt an Naturräumen und Schutzgebieten sowie über eine breit aufgestellte Hochschullandschaft. Diese beiden Stärken sollen künftig noch enger miteinander verbunden werden. Die neue Allianz schafft dafür erstmals einen gemeinsamen, institutionenübergreifenden Rahmen.
Im Mittelpunkt stehen die großen Herausforderungen unserer Zeit: der Verlust biologischer Vielfalt, der Klimawandel, die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und die Frage, wie ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Interessen miteinander in Einklang gebracht werden können.
Die Kärntner Schutzgebiete wie der Nationalpark Hohe Tauern, der Biosphärenpark Nockberge, die Naturparke Dobratsch und Weissensee und die vielen kleineren Naturschutzgebiete bieten dafür ideale Voraussetzungen. Als einzigartige Natur- und Kulturlandschaften sind sie zugleich wertvolle Forschungsräume, Orte der Wissensvermittlung und Modellregionen für nachhaltige Entwicklung. Wissenschaftliche Erkenntnisse können hier unmittelbar mit praktischen Erfahrungen verknüpft, neue Ansätze erprobt und gemeinsam mit der Bevölkerung weiterentwickelt werden.

Vier Hochschulen, vielfältige Kompetenzen, ein gemeinsames Ziel

An der Allianz beteiligen sich die Universität Klagenfurt, die CU Hochschule Kärnten, die Pädagogische Hochschule Kärnten und die Gustav Mahler Privatuniversität für Musik. Gemeinsam bringen sie ein breites Spektrum wissenschaftlicher Disziplinen und Kompetenzen ein – von Naturwissenschaften und Technik über Wirtschafts-, Sozial- und Kulturwissenschaften bis hin zu Bildungswissenschaften, Musik und Kunst.
Diese Vielfalt eröffnet neue Möglichkeiten, komplexe Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu bearbeiten. Denn nachhaltige Entwicklung ist längst keine ausschließlich naturwissenschaftliche Aufgabe. Sie erfordert ebenso gesellschaftliche, kulturelle, pädagogische, technologische und wirtschaftliche Lösungsansätze.

„Mit„Science_LinkCarinthiaführen wir zwei besondere Stärken unseres Bundeslandes zusammen: eine vielfältige, international vernetzte Hochschullandschaft und einzigartige Natur- und Schutzgebiete. Wir wollen wissenschaftliche Erkenntnisse stärker mit konkreten gesellschaftlichen Herausforderungen verbinden, neue Formen der Zusammenarbeit ermöglichen und Kärnten als innovativen Forschungs- und Bildungsstandort weiter profilieren“, betonen die Rektor:innen der Kärntner Hochschulkonferenz.

Von der Forschung bis ins Klassenzimmer

Die Kooperation soll weit über den klassischen wissenschaftlichen Austausch hinausgehen. Geplant sind gemeinsame Forschungsprojekte, Lehrveranstaltungen, Bildungsangebote, Veranstaltungen und Publikationen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf inter- und transdisziplinärer Forschung sowie auf Citizen Science – also Forschungsansätzen, bei denen auch interessierte Bürger:innen aktiv in wissenschaftliche Prozesse eingebunden werden.
Studierende sollen verstärkt die Möglichkeit erhalten, sich im Rahmen von Seminararbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen mit konkreten Fragestellungen aus den Schutzgebieten auseinanderzusetzen. Gleichzeitig sollen die Schutzgebiete als Lern- und Erfahrungsräume für die Aus-, Fort- und Weiterbildung erschlossen werden. Davon können insbesondere auch Schulen und pädagogische Einrichtungen profitieren.
Die Zusammenarbeit soll darüber hinaus neue soziale, technische und wirtschaftliche Innovationen anstoßen, regionale Akteur:innen vernetzen und den Austausch zwischen Wissenschaft, Schutzgebietsmanagement und Gesellschaft intensivieren.

Langfristige Zusammenarbeit mit internationaler Perspektive

Science_LinkCarinthiaist als dauerhafte Plattform angelegt. Die beteiligten Institutionen werden ihre gemeinsamen Aktivitäten in Dreijahresprogrammen planen und sich zweimal jährlich zu Klausuren treffen – abwechselnd an einer Hochschule und in einem Schutzgebiet.

Die laufende Koordination übernehmen die CU Hochschule Kärnten mit ihrem UNESCO-Lehrstuhl für das Management von Schutzgebieten und die Universität Klagenfurt mit ihrer Nachhaltigkeitskoordination.

Die Allianz baut auf zahlreichen bereits bestehenden Kooperationen auf und entwickelt diese zu einer gemeinsamen strategischen Initiative weiter. Damit soll Kärnten auch über die Landesgrenzen hinaus als Standort sichtbar werden, an dem Wissenschaft, Bildung, Naturschutz und nachhaltige Regionalentwicklung eng zusammenwirken.

Zehn Partner für eine gemeinsame Zukunft

Hochschulen:

  • Universität Klagenfurt
  • CU Hochschule Kärnten
  • Pädagogische Hochschule Kärnten
  • Gustav Mahler Privatuniversität für Musik

Schutzgebiete und Schutzgebietsmanagement:

  • Nationalpark Hohe Tauern – Kärntner Nationalparkfonds
  • Biosphärenpark Nockberge – Kärntner Biosphärenparkfonds
  • Naturpark Dobratsch
  • Naturpark Weissensee
  • Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung 8 – Schutzgebietsmanagement
  • Karawanken-Karavanke UNESCO Global Geopark

Mit Science_LinkCarinthiaentsteht eine neue Plattform, die wissenschaftliche Exzellenz, regionale Verantwortung und konkrete Zukunftsgestaltung miteinander verbindet. Die Allianz soll dazu beitragen, die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten, Wissen für kommende Generationen zugänglich zu machen und Kärnten als international sichtbare Modellregion für nachhaltige Entwicklung zu stärken.