Wann ist 3D-Druck wirklich nachhaltig?

Nicht jedes Bauteil wird durch 3D-Druck automatisch nachhaltiger. Genau deshalb hat das Interreg-Projekt ADDCIRCLES untersucht, wann Additive Fertigung technisch, wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll eingesetzt werden kann. Mit dem Projektabschluss zieht die CU Hochschule Kärnten gemeinsam mit ihren Partner:innen aus Österreich und Slowenien Bilanz.

In den vergangenen Jahren wurden im Projekt ADDCIRCLES neue Ansätze für eine nachhaltigere Additive Fertigung entwickelt und in Forschung, Lehre und Praxis erprobt.

Zu den Ergebnissen zählen die Entwicklung und Erprobung nachhaltiger Materialien, ein Eco-Design-Toolkit für eine umweltgerechtere Produktentwicklung sowie praxisnahe Business Cases.

Gerade diese realistischen Anwendungsfälle waren für das Projekt wesentlich.

„Uns war wichtig, Additive Fertigung nicht grundsätzlich als die bessere Lösung darzustellen. Die Business Cases sollten anhand belastbarer Daten zeigen, wann 3D-Druck technisch, wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist – und wann eben nicht“, sagt Mathias Brandstötter, Leiter des ADMiRE Forschungszentrums an der CU Hochschule Kärnten.

Wissen weitergeben
Neben der technologischen Entwicklung spielte auch die Vermittlung des gewonnenen Wissens eine wichtige Rolle.

Die Projektpartner:innen setzten sich in Workshops mit unterschiedlichen Lehr- und Lernmethoden auseinander und integrierten diese in neue Bildungsangebote. Daraus entstanden unter anderem ein Green-AM-Moodle-Kurs mit sechs Modulen sowie ein Zertifikatskurs zur Additiven Fertigung.

Damit sollen die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse auch über die Projektlaufzeit hinaus in Lehre und Weiterbildung einfließen.

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg
Den Abschluss des Projekts bildete die AM Connect 2026 am 23. und 24. September in Slovenj Gradec. Expert:innen aus Forschung, Bildung und Industrie diskutierten dort neue Materialien, nachhaltige Produktionsansätze und aktuelle Entwicklungen in der Additiven Fertigung.

„AM Connect zeigt, wie viel durch persönlichen Austausch entstehen kann. Die Zusammenarbeit mit unseren Partner:innen in Slowenien ist inzwischen so selbstverständlich, dass sich die Grenze im gemeinsamen Arbeiten kaum noch bemerkbar macht. Dieses Netzwerk wollen wir auch nach dem Projektende weiter ausbauen“, sagt Sandra Schulnig, Gruppenleiterin für Additive Fertigung im ADMiRE Forschungszentrum an der CU Hochschule Kärnten.

Mit dem formalen Projektende endet daher nicht die Zusammenarbeit. Die entwickelten Inhalte werden künftig in Lehrveranstaltungen, Weiterbildungsangeboten und neuen europäischen Projekten weiterverwendet.

Auch der grenzüberschreitende Austausch wird fortgesetzt: Die nächste AM Connect findet am 1. und 2. Dezember 2027 an der CU Hochschule Kärnten in Villach statt.

Foto: Sara Jeseničnik, Faculty of Polymer Technology - Slovenj Gradec