Studieninhalte und Voraussetzungen

vom Studiengang Psychotherapie

Der Bachelor als Grundlage für den psychotherapeutischen Berufsweg

Das Bachelorstudium vermittelt wissenschaftliche Grundlagen der Psychotherapie und verbindet Inhalte aus Psychologie, Psychotherapie, Medizin, Sozialwissenschaften und Gesundheitswissenschaften. Du setzt dich mit menschlichem Erleben, Verhalten und psychischen Erkrankungen auseinander und entwickelst ein fundiertes Verständnis für psychosoziale Zusammenhänge. Ergänzt wird das Studium durch wissenschaftliches Arbeiten, Forschungsmethoden, Selbsterfahrung sowie praktische Ausbildungsanteile, die dich Schritt für Schritt auf weiterführende Studien und Tätigkeiten im psychosozialen Bereich vorbereiten.

Neben den fachlichen Inhalten lernst du, wissenschaftliche Erkenntnisse kritisch zu beurteilen, professionell zu kommunizieren und psychotherapeutische Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Dabei stehen eine reflektierte Haltung und die Verbindung von Theorie und Praxis im Mittelpunkt.

Zulassungsvoraussetzungen & Aufnahmeverfahren

Für die Zulassung zum Bachelorstudium benötigst du die allgemeine Universitätsreife, beispielsweise durch eine Matura, Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung. Auch ein gleichwertiger ausländischer Abschluss oder der Abschluss eines mindestens dreijährigen postsekundären Studiums erfüllt die Zugangsvoraussetzungen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch der Zugang über eine einschlägige berufliche Qualifikation mit entsprechenden Zusatzprüfungen möglich.

Zusätzlich sind ausreichende Deutsch- und Englischkenntnisse auf dem Niveau B2 nachzuweisen, sofern diese nicht bereits durch die Vorbildung belegt werden. Über die Gleichwertigkeit von Vorbildungen und Sprachkenntnissen entscheidet die Studiengangsleitung.

Die Vergabe der Studienplätze erfolgt über ein zweistufiges Aufnahmeverfahren. In der ersten Stufe absolvieren alle zugelassenen Bewerber:innen einen standardisierten Reihungstest, der einer objektiven und nachvollziehbaren Vorauswahl dient. In der zweiten Stufe findet ein kompetenzorientiertes Aufnahmegespräch statt. Dabei werden unter anderem die Studienmotivation, Kommunikations- und Selbstreflexionsfähigkeit sowie das Interesse an psychosozialer Gesundheit und wissenschaftlichem Arbeiten berücksichtigt.

Was solltest du für das Studium mitbringen?

Das Studium richtet sich an Menschen, die sich für psychische Gesundheit und das menschliche Erleben interessieren. Freude am wissenschaftlichen Arbeiten, Offenheit für unterschiedliche Sichtweisen sowie die Bereitschaft, das eigene Denken und Handeln kritisch zu reflektieren, bilden wichtige Voraussetzungen. Ebenso hilfreich sind Empathie, Kommunikationsfähigkeit und Interesse an gesellschaftlichen sowie psychosozialen Fragestellungen.

Wenn du gerne mit Menschen arbeitest, unterschiedliche Perspektiven verstehen möchtest und dich sowohl fachlich als auch persönlich weiterentwickeln willst, bietet dir das Studium eine fundierte Grundlage für deinen weiteren Bildungs- und Berufsweg.

Das lernst du im Studium

Im Studium erwirbst du fundierte Kenntnisse der Psychotherapie, Psychologie sowie angrenzender Fachgebiete und lernst, psychische und psychosoziale Fragestellungen wissenschaftlich zu analysieren. Du beschäftigst dich mit Forschungsmethoden, Evidence-based Practice und wissenschaftlichem Arbeiten und entwickelst die Fähigkeit, Forschungsergebnisse kritisch zu bewerten und auf die Praxis zu beziehen.

Darüber hinaus stärkst du deine kommunikativen Kompetenzen, setzt dich mit ethischen Fragestellungen auseinander und entwickelst eine professionelle, reflektierte Haltung für Tätigkeiten im Gesundheits- und Sozialwesen. Praktische Ausbildungsanteile und Selbsterfahrung ergänzen das Studium und unterstützen dich dabei, das erworbene Wissen in unterschiedlichen psychosozialen Kontexten einzuordnen.

Wie geht es nach dem Bachelor weiter?

Das Bachelorstudium bildet zugleich die erste akademische Ausbildungsstufe des neuen psychotherapeutischen Ausbildungswegs.

Wer Psychotherapeut:in werden möchte, setzt die Ausbildung mit dem Masterstudium Psychotherapie und den weiteren gesetzlich vorgesehenen Ausbildungsschritten fort.

Der Bachelor bietet damit einerseits eine fundierte akademische Grundlage für Tätigkeiten in unterschiedlichen psychosozialen und gesundheitsbezogenen Arbeitsfeldern und andererseits die Grundlage für den weiteren Weg in die Psychotherapie.

Allgemeine Studieninformationen

Weitere Informationen zu Zulassungsvoraussetzungen, Ausbildungsvertrag, Nostrifizierung und Anerkennungen, Aufnahmeverfahren, Prüfungsordnung und Benotung, ECTS‑Punkten sowie dem akademischen Kalender findest du in den Allgemeinen Studieninformationen.

FAQ

Häufige Fragen zum Bachelorstudium Psychotherapie BSc

Dein Einstieg in die Psychotherapie

Entwickle ein wissenschaftlich fundiertes Verständnis psychischer Gesundheit, qualifiziere dich für Tätigkeiten im psychosozialen Bereich und lege den Grundstein für den weiteren Ausbildungsweg in der Psychotherapie.

Job & Karriere

Nach dem Bachelorstudium Psychotherapie können Absolvent:innen ihre erworbenen Kompetenzen in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern im Sozial- und Gesundheitsbereich einsetzen. Mögliche Tätigkeiten können im Rahmen eines Angestelltenverhältnisses bei unterschiedlichen sozialen und psychosozialen Einrichtungen übernommen werden, beispielsweise in Wohn- und Tagesstrukturen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe oder Angeboten zur Unterstützung und Begleitung von Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen.

Psychosoziale Begleitung und Unterstützung

  • Was bringe ich mit?
    Kenntnisse über psychische Gesundheit, Kommunikation, Entwicklungsprozesse, soziale Beziehungen, Ressourcen und psychosoziale Belastungen.
  • Was kann ich tun?
    Menschen im Alltag begleiten, bei der Tagesstruktur unterstützen, Ressourcen stärken, soziale Kontakte fördern und gemeinsam Strategien für schwierige Alltagssituationen entwickeln.
  • Beispiel:
    Eine Person in einer betreuten Wohnform fühlt sich häufig überfordert und zieht sich zurück. Ich bespreche mit ihr, was gerade schwierig ist, unterstütze sie bei der Strukturierung ihres Tages und entwickle gemeinsam mit ihr kleine Schritte, um wieder mehr soziale Kontakte und Selbstständigkeit aufzubauen.

Wohnstrukturen und betreutes Wohnen

  • Was bringe ich mit?
    Verständnis für psychische und soziale Belastungen sowie Kompetenzen in Kommunikation, Beziehungsgestaltung und psychosozialer Unterstützung.
  • Was kann ich tun?
    Bewohner:innen im Alltag unterstützen, Selbstständigkeit fördern, bei Konflikten begleiten, soziale Kontakte stärken und bei der Entwicklung persönlicher Ziele unterstützen.
  • Beispiel:
    Ein Bewohner hat Schwierigkeiten, Termine einzuhalten und seinen Alltag selbstständig zu organisieren. Ich unterstütze ihn dabei, einen übersichtlichen Tages- und Wochenplan zu entwickeln und begleite ihn bei der Umsetzung.

Tagesstrukturen und Beschäftigungsangebote

  • Was bringe ich mit?
    Kenntnisse über psychische Gesundheit, soziale Interaktion, Motivation, Ressourcen und Gruppenprozesse.
  • Was kann ich tun?
    Bei Gruppenaktivitäten unterstützen, soziale Kompetenzen fördern, Tagesstruktur geben und Menschen bei der Entwicklung und Umsetzung persönlicher Ziele begleiten.
  • Beispiel:
    In einer Tagesstruktur zieht sich eine Teilnehmerin bei Gruppenaktivitäten immer wieder zurück. Ich bespreche mit ihr ihre Interessen und suche gemeinsam nach einer Aktivität, bei der sie sich beteiligen möchte. Anschließend begleite ich die ersten Schritte in der Gruppe.

Arbeit mit Menschen mit Behinderungen

  • Was bringe ich mit?
    Kenntnisse über Entwicklung, Kommunikation, psychische Gesundheit, soziale Teilhabe und individuelle Ressourcen.
  • Was kann ich tun?
    Menschen bei der Alltagsbewältigung, sozialen Teilhabe und Entwicklung persönlicher Kompetenzen unterstützen und ihre Selbstständigkeit fördern.
  • Beispiel:
    Ein Mensch mit Unterstützungsbedarf möchte selbstständiger mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein. Ich unterstütze ihn dabei, die einzelnen Schritte zu planen und übe gemeinsam mit ihm die notwendigen Abläufe.

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

  • Was bringe ich mit?
    Grundlagen der Entwicklungspsychologie, Kommunikation, psychischen Gesundheit und sozialen Beziehungen.
  • Was kann ich tun?
    Kinder und Jugendliche in geeigneten institutionellen Angeboten begleiten, soziale und emotionale Kompetenzen fördern und bei der Bewältigung altersbezogener Herausforderungen unterstützen.
  • Beispiel:
    Ein Jugendlicher hat Schwierigkeiten, sich in einer Gruppe zu behaupten. Im Rahmen eines geeigneten pädagogischen oder psychosozialen Angebots arbeite ich mit ihm an Kommunikation, Konfliktverhalten und dem Erkennen eigener Ressourcen.

Familienbezogene Unterstützungsangebote

  • Was bringe ich mit?
    Kenntnisse über Entwicklung, Kommunikation, Beziehungen und psychosoziale Belastungen.
  • Was kann ich tun?
    Familien in geeigneten Unterstützungsangeboten begleiten, Kommunikation fördern und gemeinsam alltagsnahe Strategien für belastende Situationen entwickeln.
  • Beispiel:
    In einer Familie führen unterschiedliche Erwartungen immer wieder zu Konflikten. Im Rahmen eines institutionellen Unterstützungsangebots unterstütze ich die Beteiligten dabei, ihre Sichtweisen auszutauschen und gemeinsam alltagstaugliche Vereinbarungen zu entwickeln.

Psychische Gesundheit und Prävention

  • Was bringe ich mit?
    Grundlagen zu psychischer Gesundheit, Stress, Resilienz, Entwicklungsprozessen und psychosozialen Einflussfaktoren.
  • Was kann ich tun?
    Bei Präventions- und Gesundheitsförderungsprojekten mitarbeiten, Informationsangebote entwickeln und Maßnahmen zur Stärkung psychischer Gesundheit unterstützen.
  • Beispiel:
    Bei einem Präventionsprojekt an einer Bildungseinrichtung wirke ich an einem Workshop zu Stress und Ressourcen mit und unterstütze Teilnehmer:innen dabei, persönliche Stressoren und hilfreiche Bewältigungsstrategien zu erkennen.

Suchtprävention und psychosoziale Unterstützungsangebote

  • Was bringe ich mit?
    Kenntnisse über psychische Gesundheit, soziale Einflussfaktoren, Kommunikation und Prävention.
  • Was kann ich tun?
    In Präventionsprojekten und psychosozialen Unterstützungsangeboten mitarbeiten, Informations- und Gruppenangebote unterstützen und Ressourcen fördern.
  • Beispiel:
    In einem Suchtpräventionsprojekt arbeite ich mit Jugendlichen zu Risikosituationen, Gruppendruck und persönlichen Schutzfaktoren und unterstütze sie dabei, alternative Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Migration und Integration

  • Was bringe ich mit?
    Kenntnisse über psychische Gesundheit, Kommunikation, soziale Beziehungen, Diversität und gesellschaftliche Einflussfaktoren.
  • Was kann ich tun?
    Menschen in Integrations- und Unterstützungsangeboten begleiten, soziale Teilhabe fördern und bei der Orientierung im sozialen Umfeld unterstützen.
  • Beispiel:
    Eine neu zugewanderte Person hat Schwierigkeiten, soziale Kontakte aufzubauen. Im Rahmen eines Integrationsprojekts unterstütze ich sie dabei, passende Angebote und soziale Anknüpfungspunkte zu finden und erste Kontakte aufzubauen.

Bildung und Erwachsenenbildung

  • Was bringe ich mit?
    Kenntnisse über Lernen, Entwicklung, Kommunikation, Gruppenprozesse und psychische Gesundheit.
  • Was kann ich tun?
    Bei Bildungsangeboten, Workshops und Projekten zu Kommunikation, sozialen Kompetenzen, Stress, Gesundheit oder Persönlichkeitsentwicklung mitwirken.
  • Beispiel:
    In einem Workshop für Erwachsene zum Thema Stress und Selbstfürsorge vermittle ich grundlegende Informationen und erarbeite mit den Teilnehmer:innen praktische Möglichkeiten für den Umgang mit Belastungen.

Kommunikation und soziale Kompetenzen

  • Was bringe ich mit?
    Fundierte Kenntnisse in Kommunikation, Beziehungsgestaltung, Gruppenprozessen und psychologischen Grundlagen.
  • Was kann ich tun?
    Bei Trainings und Projekten zur Kommunikation, Konfliktbearbeitung und sozialen Kompetenz mitarbeiten.
  • Beispiel:
    In einem Gruppentraining werden schwierige Gesprächssituationen aus dem Arbeitsalltag anhand konkreter Beispiele bearbeitet. Ich unterstütze die Teilnehmer:innen dabei, unterschiedliche Kommunikationsmöglichkeiten auszuprobieren und zu reflektieren.

Beschäftigung und berufliche Integration

  • Was bringe ich mit?
    Kenntnisse über Motivation, psychische Gesundheit, Kommunikation, Ressourcen und soziale Rahmenbedingungen.
  • Was kann ich tun?
    Menschen im Rahmen geeigneter Beschäftigungs- und Integrationsangebote begleiten, Ressourcen herausarbeiten und bei der Entwicklung realistischer nächster Schritte unterstützen.
  • Beispiel:
    Eine Person nach längerer Arbeitslosigkeit möchte wieder beruflich Fuß fassen. Gemeinsam werden vorhandene Stärken und Interessen herausgearbeitet und konkrete nächste Schritte für eine schrittweise berufliche Integration geplant.

Sozial- und Gesundheitsprojekte

  • Was bringe ich mit?
    Wissenschaftliche Kompetenzen sowie Kenntnisse in Psychologie, Psychotherapiewissenschaft, psychischer Gesundheit und psychosozialen Zusammenhängen.
  • Was kann ich tun?
    Bei der Planung, Durchführung und Dokumentation von Projekten im Sozial- und Gesundheitsbereich mitarbeiten.
  • Beispiel:
    Ein Sozialprojekt möchte herausfinden, welche Unterstützungsangebote von den Nutzer:innen tatsächlich benötigt werden. Ich unterstütze bei der Entwicklung von Befragungen, der Auswertung der Ergebnisse und der Aufbereitung der Erkenntnisse für das Projektteam.

Forschung und Evaluation

  • Was bringe ich mit?
    Kompetenzen in wissenschaftlichem Arbeiten, qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden, Datenauswertung und kritischer Beurteilung wissenschaftlicher Literatur.
  • Was kann ich tun?
    Bei Forschungs- und Evaluationsprojekten mitarbeiten, Daten erheben und auswerten, Ergebnisse dokumentieren und wissenschaftlich aufbereiten.
  • Beispiel:
    Ein psychosoziales Projekt möchte überprüfen, ob ein neues Unterstützungsangebot die gewünschte Wirkung erzielt. Ich unterstütze bei der Entwicklung der Erhebung, führe Interviews oder Befragungen durch, werte die Daten aus und bereite die Ergebnisse für den Projektbericht auf.